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Dorothea Gauland ist neue Pfarrerin in Langen

Von der Gesellschaft Ausgeschlossene im Blick

Ulrike Wolf - FotografinSeit Oktober arbeitet Dorothea Gauland als Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Langen.

Langens Geistliche haben Verstärkung bekommen: Pfarrerin Dorothea Gauland hat ihren Arbeitsschwerpunkt an der Stadtkirche.

Ulrike Wolf - FotografinDie 36-jährige Theologin hat ihren Arbeitsschwerpunkt an der Stadtkirche.

Im Oktober nahm Dorothea Gauland ihren Dienst als Pfarrerin im Probedienst in der Evangelischen Kirchengemeinde Langen auf. Präses Frauke Grundmann-Kleiner und Dekan Reinhard Zincke werden sie am Sonntag, 28. Januar 2018, im Rahmen des Gottesdienstes um 10 Uhr in der Stadtkirche am Wilhelm-Leuschner-Platz offiziell ins Amt einführen.

Geboren und aufgewachsen in Frankfurt am Main, entwickelte sich ihr Berufswunsch bereits in der Zeit als Konfirmandin bei Pfarrerin Heidrun Dörken. Nach dem Abitur nahm Gauland ihr Theologiestudium in Heidelberg auf, wo sie im ökumenischen Wohnheim wohnte – eine Zeit, die sie als sehr wichtig und prägend erlebte. „Das Zusammenleben in dieser interkulturellen Gemeinschaft war von einem offenen, toleranten Geist beherrscht, von Gastfreundschaft, Rücksichtnahme und gegenseitiger Wertschätzung“, erinnert sie sich. Erfahrungen, die sie im Alltag als Pfarrerin weitergeben will.

Es folgten zwei Jahre Auslandsstudium in Rom, wo sie sich in einem Außenbezirk ehrenamtlich um Kinder in schwierigen Familienverhältnissen kümmerte. Anschließend setzte sie ihr Studium in Berlin fort und arbeitete dort eine Zeitlang in der Notübernachtung der Stadtmission für wohnungslose Menschen. Seit dieser Zeit ist es ihr ein besonderes Anliegen, sich für diejenigen einzusetzen, die von der Gesellschaft – in welcher Form auch immer – ausgeschlossen sind.

Nach dem ersten theologischen Examen bei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) trat Gauland ihr Vikariat in Pfungstadt an. Zum Spezialvikariat ging sie für Brot für die Welt und die All Africa Conference of Churches nach Nairobi. Während ihres einjährigen Aufenthalts in der kenianischen Hauptstadt beeindruckten sie insbesondere Mut und Organisationstalent, Energie und Innovationskraft vieler Menschen dort. „Wie die Bewohner dieser modernen Metropole ihr Leben meistern, ist absolut bewundernswert“, stellt die Theologin fest.

Inhaltliche Schwerpunkte legte sie während ihres Studiums auf die Bereiche Ökumene und interkultureller Dialog, zudem setzte sie sich intensiv mit Leonardo Boffs Befreiungstheologie auseinander. Auch das Themenfeld Theologie und Geschlechterstudien war ihr wichtig. „In Zeiten des Post-Feminismus geht es darum, Kategorien, Stereotype und Klischees zu hinterfragen und sie nicht immer weiter fortzuschreiben“, sagt sie.

Das zweite theologische Examen in der Tasche, startete Gauland 2015 als Pfarrerin im Probedienst in Rüsselsheim, wo sie auch ordiniert wurde. Ihre Pfarrwohnung teilte sie einige Monate mit einem Geflüchteten, der mittlerweile eine eigene Wohnung hat und seine Familie nachholen konnte.

Während ihrer Rüsselsheimer Zeit rückte ihr Vater ins Zentrum des öffentlichen Interesses: Dorothea Gauland ist Tochter des Fraktionsvorsitzenden der AfD im Bundestag, Dr. Alexander Gauland. Die beiden sind politisch völlig unterschiedlicher Meinung.

Seit ihrem Wechsel nach Langen hat die 36-jährige ihren Arbeitsschwerpunkt an der Stadtkirche. Sie ist dort seitens des Pfarrteams unter anderem zuständig für die Kita sowie für die „Kirche für die Kleinen“, die einmal monatlich samstags ab 11 Uhr für Kinder bis sechs Jahren angeboten wird. Die Gemeinde darf sich darüber hinaus auf politische Predigten aus ihrer Feder freuen – „die halte ich sehr gerne“, stellt sie fest.

„Von Pfarrteam und Gemeinde fühle ich mich herzlich aufgenommen, und die Arbeit macht mir viel Spaß“, freut sie sich. „Hier in der Kirchengemeinde gibt es vielfältige Aktivitäten und ein großes Potential, um zusammen mit Haupt- und Ehrenamtlichen sowie in Kooperation mit den Akteuren der Stadt und der Vereine lebendiges Gemeindeleben zu gestalten.“

Die gute Verkehrsanbindung Langens kommt ihr entgegen: Aus Gründen des Umweltschutzes besitzt Dorothea Gauland selbst kein Auto und ist Mitglied eines Carsharing-Dienstes. „Solange ich innerhalb der Stadt alles mit dem Rad erreichen kann und der Ort selbst gut genug ans öffentliche Verkehrsnetz angebunden ist, kann ich es mit meinem ökologischen Gewissen nicht vereinbaren, ein Auto zu haben – bloß aus Gründen der Bequemlichkeit“, macht sie ihren Standpunkt klar.

In ihrer Freizeit tanzt sie gerne, am liebsten Standard und Latein. Und wenn ihr dazu noch Zeit bleibt, kann sie sich vorstellen, sich neben dem Beruf als Pfarrerin noch in irgendeiner Form ehrenamtlich im sozialen oder politischen Bereich zu engagieren.

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