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Wandel der Bestattungskultur beschäftigt Pfarrer der Dekanate Dreieich und Rodgau

Vom Dirigenten zum Mitspieler

Stephanie KunertDie Geistlichen der Dekanate Dreieich und Rodgau trafen sich 2017 zu ihrem jährlichen Pfarrkonvent im Gemeindehaus der Sprendlinger Erasmus-Alberus-Gemeinde.

Auf dem gemeinsamen Pfarrkonvent der evangelischen Dekanate Dreieich und Rodgau ging die Marburger Professorin Dr. Ulrike Wagner-Rau darauf ein, dass die Kirche in der Sterbe- und Trauerbegleitung sowie in der Bestattungskultur vom bestimmenden Akteur zum Partner in einer gemeinsam gestalteten Praxis geworden ist.

Stephanie KunertProf. Dr. Ulrike Wagner-Rau lehrt Praktische Theologie an der Philipps-Universität in Marburg.

„Im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer tritt zu Tage, wie sich die religiöse Landschaft wandelt“, stellte Professorin Dr. Ulrike Wagner-Rau auf dem jährlich stattfindenden gemeinsamen Pfarrkonvent der evangelischen Dekanate Dreieich und Rodgau fest. „In diesem Bereich“, fuhr die Theologin fort, „zeigen sich die Herausforderungen für kirchliches Handeln so deutlich wie in kaum einem anderen kirchlichen Handlungsfeld.“ Mit den sich daraus ergebenden Folgen setzten sich 44 Pfarrerinnen und Pfarrer im Gemeindehaus der Sprendlinger Erasmus-Alberus-Gemeinde intensiv auseinander.

Wagner-Rau lehrt Praktische Theologie an der Philipps-Universität in Marburg. In ihrem Vortrag wies sie darauf hin, dass die Kirche in der Sterbe- und Trauerbegleitung sowie in der Bestattungskultur vom bestimmenden Akteur zum Partner in einer gemeinsam gestalteten Praxis geworden ist. Sie ermunterte die Geistlichen, diesen Veränderungen konstruktiv zu begegnen, indem sie sich mit anderen professionellen Beteiligten der Bestattungsunternehmen und Pflegedienste, Krankenhäuser, Senioreneinrichtungen und Hospize vor Ort vernetzen.

Auch wenn Pfarrer als Fachleute für die Durchführung von Beerdigungen angesehen werden, sollten sie nach Ansicht der Referentin im Zusammenhang mit Bestattungen die Bedürfnisse der Angehörigen wahrnehmen und aufgreifen. „Hinterbliebene wollen sich aktiv in den Prozess des Abschiednehmens einbringen, ihre Haltung ist emanzipierter, Rituale sind beweglicher geworden“, führte sie weiter aus. Dies lasse sich beispielsweise an den Musikwünschen für die Trauerfeier ablesen.

Zudem komme der Kirche im Zusammenhang mit einer steigenden Lebenserwartung ein wichtiger Bildungsauftrag im Umfeld des Sterbens zu. Es gehe darum, die Menschen zu einem verantwortlichen Handeln in schwierigen Entscheidungssituationen zu befähigen. Hierfür empfiehlt es sich nach Ansicht der Pastoraltheologin, gemeinsam mit anderen Einrichtungen zu Themen wie Patientenverfügung, Pflegebegleitung, Organspende oder Testamentserstellung Informationsveranstaltungen anzubieten.

Eine besondere Herausforderung der Seelsorger bestehe darin, mit den Hinterbliebenen über deren Jenseitsvorstellungen auf dem Hintergrund biblisch-christlicher Hoffnungsbilder zu sprechen. Diese religiösen Suchbewegungen forderten die theologische Sprach- und Deutungsfähigkeit der Geistlichen heraus. Die Pfarrerschaft wird diesen Gedanken dadurch aufnehmen, dass sich die Geistlichen künftig intensiver über ihre Trauerpredigten austauschen wollen.

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