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Jugend feiert mit Musical „Mönsch Martin“ Reformationsjubiläum

Luther „rockt” vor vollem Haus

Christiane TauberDie Darsteller des Kinder- und Jugendmusicals „Mönsch Martin“ freuen sich beim Schlusslied der Vorstellung am Reformationstag mit Luther (Leara Tauber) und Käthe (Nuria Weiland) sitzend am Bühnenrand über stehende Ovationen im Sprendlinger Bürgerhaus.

Es gab weder Süßes noch Saures. Dennoch bildeten sich schon eine Stunde, bevor sich der Vorhang hob, lange Schlangen wartender Besucher vor dem Sprendlinger Bürgerhaus. Mit insgesamt knapp 1.200 Besuchern waren beide Vorstellungen von „Mönsch Martin“ bis auf den letzten Platz besetzt.

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Das Publikum wollte das Musical am Reformationsabend und am Tag selbst hautnah miterleben. Und es ging den Anwesenden sofort „unter die Haut“. So sprachen etliche Zuschauer von „Kribbeln pur, tausendmal elektrisierender als Halloween“. Vom ersten Moment an gelang es dem Kinder- und Jugendchor der Burgkirchengemeinde Dreieichenhain unter der schwungvollen Leitung von Dekanatskantorin Claudia von Savigny, das Publikum mitzureißen. Die mehr als 70 jungen Darsteller wussten von Anfang bis zum Ende, mit ihrer Darbietung über Luthers Leben und Wirken zu fesseln. Manche Eltern erkannten ihren Nachwuchs kaum wieder: „Ich erlebte meinen Sohn in einer Weise, wie ich ihn noch nie gesehen hatte – tanzend und rockend – es war toll!“, zeigte sich eine Mutter begeistert.

In der Szene „auf dem Reichstag zu Worms“ riss es die Zuschauer bei dem vom Chor eindringlich gesungenen Lied „Luther, was wird werden, bist du stark genug?“ förmlich von den Sitzen. Luther, gespielt von Nele Lison und Leara Tauber, rockte während des Refrains mit seinen in kompletter Mönchskleidung auftretenden Mitbrüdern Jacob Baas, (E-Gitarre), Hannes Schulz (Rocker) und Romeo Sciacovelli (Schlagzeug) im Angesicht des wutschnaubenden Kaisers (Thalia Block), der drei Fürsten (Tamara Schmidt, Alisa Schmitt, Olivia Mörth) sowie einiger Bischöfe mit dem bekennenden Satz „Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir!“ die Bühne. Das Publikum tobte.

Begleitet von einer perfekt abgestimmten Orchestergruppe gelang es den Kindern, die vielfältige Gefühlspalette Martin Luthers – von Angst, Furcht über Mut und Gottvertrauen – im Lied „Nacht, tiefe Nacht“ sowohl in Form eines bezaubernden Tanzes, als auch mit den weich geführten, klangschönen Stimmen des Kinderchors, dem Publikum nahezubringen. „Ich war tief bewegt“, gestand Pfarrerin Barbara Schindler; von „Gänsehautfeeling pur“ sprach ein junges Mädchen.

In der Pause ging es hoch her, denn es gab „ganz besondere Dinge“ zu erwerben. Letztere waren zuvor während einer Marktszene auf dem Markplatz zu Wittenberg unter der Hand verkauft worden. Dieser Handel wurde unter lautstarkem Protest eines Handwerkers, gespielt von Hanna Wagner, aufgedeckt. Der Disput hatte in einen Streit aller Beteiligten Marktverkäufer, dargestellt von Melina Jürgens, Maya Schreiber, Helen Manegold, Nina Mahnel und Linda Endres, gemündet. Luther gesellte sich dazu, klärte die Marktbesucher über die Nutzlosigkeit solcher Ablassbriefe auf und verwies auf Gottes bedingungslose Gnade für alle.

In der Pause boten als Mönche verkleidete Väter, die das Musical zuvor mit einer gregorianischen Weise singend eröffnet hatten, diese Ablassbriefe feil. Deren Verkaufserlös wird der Renovierung der Burgkirche zugutekommen. Die mit zahlreichen Gewinnen gefüllten Dokumente erfreuten sich derart großer Beliebtheit, dass sich die „Padres“ lachend fragten, „ob es wohl an den schwerwiegenden Sünden der Besucher, dem zu geringen Preis oder unserer Autorität lag?“

Genauso fesselnd wie der erste Teil des Musicals begonnen hatte, wurde das Leben des Reformators in Form einer Unterhaltung zwischen Omi Lehmann (Lena Hummel) und ihren Enkeln (Yara Dominguez, Luise Gottschling, Lena-Marie Rieger), von einer Kirchenbank aus ständig vorangetrieben. Diese komplexen Szeneneinstudierungen meisterte Theaterregisseurin Tanja Garlt, die für das darstellende Spiel verantwortlich zeichnete, mit viel Geduld und Ruhe.

„Wäre Martin nicht gewesen“, sangen die Kinder kurz vor Schluss, „könnt´ ich keine Bibel lesen“. Ab da wurde allen klar, dass auch ohne Lucas Cranach, dem bekannten Maler und Freund von Martin Luther, verkörpert von Anna Maindok und Laura Müller, die Bibel und das Gesangbuch nie gedruckt und verbreitet worden wären. Cranach war es auch, der den dramatisch in Szene gesetzten Bildersturm mit vollem körperlichen Einsatz und ausdrucksstarker Stimme beendete und somit die Bahn freigab für das beschwingte Schluss- und Loblied auf Luther mit dem wiederholten Ausruf „Mönsch Martin“.

Abschließend dankte das Publikum mit Standing Ovations den Mitwirkenden und Claudia von Savigny, die dieses Musical mit allen Beteiligten so großartig umgesetzt hatte.

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