Dekanat Dreieich

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Erst singen, dann feiern bei Kantategottesdienst und Dekanats-Jahresempfang

Die Freiheit als urchristlicher Wert

Stephanie KunertRund 70 Musiker und Sänger aus den Gemeinden des Dekanats gestalteten den Kantate-Gottesdienst gemeinsam unter der Leitung der drei Kantorinnen Claudia von Savigny, Elvira Schwarz und Gabriele Urbanski sowie den nebenamtlichen Kirchenmusikern Carola Röder und Johannes Schwab.

„Gott in der Freiheit neu entdecken!“ lautete das Thema der Predigt von Eckart Schultz-Berg am Sonntag Kantate. Der Dekan von Stuttgart-Bad Cannstadt kam zum traditionellen Festgottesdienst im Evangelischen Dekanat Dreieich in die evangelische Kirche Gravenbruch. Anschließend lud das Dekanat zum Jahresempfang ein.

Nancy SaalDie jüngste Gottesdienstbesucherin Lilli zeigte sich sehr angetan von den fröhlichen Klängen am Sonntag Kantate.

„Bei christlichen Werten denken wir meist zuerst an Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Frieden“, stellte Eckart Schultz-Berg zu Beginn seiner Predigt am Sonntag Kantate in der evangelischen Kirche Gravenbruch fest. „Doch auch die Freiheit ist ein urchristlicher Wert“, fuhr er fort. Dieses immer wieder neu bewusst zu machen sei gerade in der heutigen Zeit besonders wichtig. Der Dekan von Stuttgart-Bad Cannstadt war der Einladung des Evangelischen Dekanats Dreieich zum traditionellen Festgottesdienst am Sonntag Kantate gefolgt. Er widmete sich dem Thema „Gott in der Freiheit neu entdecken!“, in dem sich die Jahresthemen der hessischen und der württembergischen Landeskirche für das Reformationsjubiläum 2017 verbinden.

Christliche Freiheit, so Schultz-Berg, sei nicht freischwebend und individualistisch auf sich selbst bezogen, sondern stets rückbezogen auf Gott und auf Gottes Gebote und Verheißungen. „Und sie ist an der Gemeinschaft orientiert“, stellte der Theologe fest. Gerade die Reformatoren hätten dies ins Bewusstsein gebracht und deutlich gemacht, „dass jeder Christ ein aufrechter freier Mensch ist, der seinen Glauben im Gegenüber zu Gott finden und in der Gemeinschaft leben kann.“

Für jeden Christen sei es wichtig, dieses Grundanliegen eines freien Menschen lebendig zu halten. „Es ist eine stetige Aufgabe, an der wir nicht müde werden sollen und die uns im Inneren unserer eigenen Person wie im Äußeren der Gesellschaft betrifft“, führte Schultz-Berg aus. Die Kirchen und Gemeinden böten hierfür einen Rahmen und müssten gleichzeitig die Vielfalt verschiedener Meinungen aushalten. „Und als Christen und Bürger sind wir gefordert, uns in der Gesellschaft für diese Freiheit aktiv einzusetzen und sie gegen alle autoritären Versuche auch der heutigen Zeit zu verteidigen“, lautete sein entschiedenes Plädoyer.

Der vierte Sonntag nach Ostern wird vielerorts als Gottesdienst mit musikalischem Schwerpunkt begangen und soll so die Freude über die Auferstehung zum Ausdruck bringen. „Kantate“ heißt übersetzt: „Singet!“ Und so genossen die zahlreichen Besucher einen musikalisch besonders gestalteten Gottesdienst, der von rund 70 Musikern und Sängern aus den Gemeinden des Dekanats gemeinsam unter der Leitung der drei Kantorinnen Claudia von Savigny, Elvira Schwarz und Gabriele Urbanski sowie den nebenamtlichen Kirchenmusikern Carola Röder und Johannes Schwab begleitet wurde.

Beteiligt waren der Evangelische Posaunenchor Neu-Isenburg unter der Leitung von Torsten Irion, die evangelischen Kirchenchöre aus Egelsbach und Langen, der Johannesgemeinde Neu-Isenburg, der Burgkirchengemeinde Dreieichenhain, der Christuskirchengemeinde und der Erasmus-Alberus-Gemeinde Sprendlingen sowie die Götzenhainer Kantorei. Zusammen erfüllten die Musizierenden die Gravenbrucher Kirche mit vollem Klang. Pfarrerin Barbara Friedrich, Frauke Grundmann-Kleiner, Präses der Dekanatssynode, und Dekan Reinhard Zincke gestalteten gemeinsam die Liturgie. Die Kollekte kommt der kirchenmusikalischen Arbeit der Landeskirche zugute.

Zur Vorbereitung der Musikstücke fand am Vortag erstmals ein Probentag statt. „Es freut uns, dass wir damit auch etliche Sängerinnen und Sänger ansprechen konnten, die nicht in einem Chor singen“, sagt Dekanats-Kantorin Claudia von Savigny. So nutzten etliche Interessierte diese Möglichkeit, die Chorwerke zu erlernen. Aufgrund der guten Resonanz wollen die Kirchenmusikerinnen dieses Angebot auch in den kommenden Jahren aufrechterhalten.

Bei ihrer Einladung zum traditionellen Jahresempfang des Dekanats im Anschluss an den Gottesdienst nahmen Präses und Dekan Bezug auf das 500. Reformationsjubiläum. Selten, so Frauke Grundmann-Kleiner, stünden kirchliche Themen und Veranstaltungen so im Fokus wie in diesem Jahr. Sie freue sich, dass es auch im Dekanat Dreieich zu diesem Thema viele Vorträge, Theateraufführungen, musikalische Veranstaltungen, Ausstellungen, Gottesdienste und Feste gibt. Einen Rahmen bilde das aktuelle Dekanats-Jahresthema „Reformation wirkt in meine Welt“.

„Luthers Bibelübersetzung hat die deutsche Sprache nachhaltig geprägt“, stellte die Präses fest. „Und vom Gedanken des mündigen Christen, der selbst die Heilige Schrift lesen kann, ging ein starker Bildungsimpuls aus.“ Dekan Zincke wies darauf hin, dass Luthers Ideen letztlich auch unsere modernen Gedanken der Teilhabe und der demokratischen Mitbestimmung beförderten. „Gerade in einem Jahr wie 2017, in dem es so viele Wahlen gibt, wird klar, wie wichtig es ist, dieses kostbare Gut zu schützen und zu bewahren“, betonte er. Dies gelte auch für die Achtung politisch Andersdenkender. So müsse menschenverachtende Hetze, die sich immer stärker in sozialen Netzwerken und öffentlichen Debatten ausbreite, geächtet und unterbunden werden.

„Im Sinne des Subsidiaritätsprinzips übernimmt die Kirche als Partnerin von Staat und Kommunen gesellschaftliche Aufgaben in eigener Verantwortung“, führte die Präses aus. „Wir tun dies in gegenseitiger Achtung und auf Augenhöhe.“ So gebe es vielfältige Kontakte im Zusammenhang mit den zehn Kindertagesstätten im Dekanat, gemeinsamen Projekten in der Jugendarbeit, bei der Unterstützung von Familien in prekären Lebenslagen. „Auch die drei Familienzentren in Egelsbach, Langen und Sprendlingen sowie die Entwicklung dem Begegnungszentrums im Langener Norden gemeinsam mit dem Diakonischen Werk zeigen, dass wir uns als Kirche den Problemen und Anfragen aus den Stadtteilen öffnen und mit entsprechenden Angeboten reagieren – immer gemeinsam mit anderen Akteuren“, fuhr der Dekan fort.

Präses und Dekan würdigten die guten Beziehungen zu den Entscheidungsträgern im Kreistag sowie in den Rathäusern des Dekanats. Die Aufnahme und Begleitung von Flüchtlingen in der Region bleibe auch weiterhin eine große Herausforderung. Hier dankte die Präses besonders den Kommunen, den Kirchengemeinden und dem Diakonischen Werk für die bisher geleistete Arbeit bei den Hilfen zur Integration und der menschwürdigen Unterbringung. Gleichzeitig sagte sie den Verantwortlichen der Politik nochmals die Unterstützung seitens der Kirche zu.

Abschließend nutzte der Dekan die Gelegenheit, sich bei allen Haupt- und Ehrenamtlichen in den Kirchengemeinden zu bedanken. „Die kirchliche Arbeit in unserem Dekanat ist lebendig, kreativ und farbenfroh“, stellte Zincke fest. „Es macht Spaß und Freude, dies mitzuerleben, danke für Ihr vielfältiges Engagement“!

Den Predigttext und weitere Bilder finden Sie hier.

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