Dekanat Dreieich

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Die Freundlichkeit Gottes erfahren

Kantategottesdienst und Jahresempfang des Dekanats Dreieich

„Ich weiß von vielen Menschen, dass sie das ABC unserer Tage nur schwer aushalten können“, stellte Karin Held zu Beginn ihrer Predigt am Sonntag Kantate in der Langener Stadtkirche fest. Dieses gehe von A wie Attentate, B wie Brexit, über F wie Fremdenhass, I wie Islamischer Staat und K wie Kriege bis hin zu M wie Menschenrechtsverletzungen und T wie Terror. Ein ungutes Lebensgefühl mache sich breit, bestimmt von Unruhe, Sorge, Klage und Zukunftsangst. „Das ABC des Glaubens ist eine Stärkung in unseren Zeiten“, erklärte Held. „Unser Glaube und unser Vertrauen in die Freundlichkeit Gottes sind darin wesentliche Bestandteile“, so die Pröpstin für Starkenburg. Sie war der Einladung des Evangelischen Dekanats Dreieich zum traditionellen Festgottesdienst am Sonntag Kantate in die Langener Stadtkirche gefolgt.

Die Theologin verwies auf unsere biblischen Vorfahren die bereits wussten, dass es nicht genüge, die Freundlichkeit des Herrn zu preisen, sondern gleichzeitig notwendig sei, stetig und achtsam hinzuschauen. „Die Freundlichkeit Gottes und der Menschen ist erfahrbar, wenn in unseren Gemeinden unzählige Menschen ein geistliches Zuhause finden können und eine Heimat, wo sie sich wohlfühlen und aufgenommen wissen“, betonte sie. Ebenso sei die Freundlichkeit Gottes in Gottesdienstfeiern, Gesprächen und Begegnungen erlebbar sowie „darin, dass Sie alle bei allem vielfältigen Tun die Freude an Ihren Aufgaben behalten haben!“ Sie sei „sichtbar im guten Miteinander von evangelischen und katholischen Gemeinden“ sowie in einem „gut und gerne zusammenarbeitenden Team von Haupt- und Ehrenamtlichen in den Gemeinden.“

Der vierte Sonntag nach Ostern wird vielerorts als Gottesdienst mit musikalischem Schwerpunkt begangen und soll so die Freude über die Auferstehung zum Ausdruck bringen. „Kantate“ heißt übersetzt: „Singet!“ Und so genossen die zahlreichen Besucher einen musikalisch besonders gestalteten Gottesdienst, der von rund 70 Musikern und Sängern aus den Gemeinden des Dekanats gemeinsam unter der Leitung der drei Kantorinnen Claudia von Savigny, Elvira Schwarz und Gabriele Urbanski sowie der nebenamtlichen Kirchenmusikerin Carola Röder begleitet wurde.

Beteiligt waren der Evangelische Posaunenchor Götzenhain unter der Leitung von Franz Fink, die evangelischen Kirchenchöre aus Egelsbach und Langen, der Johannesgemeinde Neu-Isenburg, der Dreieichenhainer Burgkirchengemeinde sowie die Götzenhainer Kantorei. Zusammen erfüllten die Musizierenden die Stadtkirche mit vollem Klang. Pfarrerin Erdmuthe Jähnig-Diel, Frauke Grundmann-Kleiner, Präses der Dekanatssynode, und Dekan Reinhard Zincke gestalteten gemeinsam die Liturgie. Die Kollekte kommt der kirchenmusikalischen Arbeit der Landeskirche zugute.

Zur Vorbereitung der Musikstücke fand am Vortag erneut ein Probentag statt. „Es freut uns, dass wir damit wieder etliche Sängerinnen und Sänger ansprechen konnten, die nicht in einem Chor singen“, sagt Dekanats-Kantorin Claudia von Savigny. So nutzten etliche Interessierte diese Möglichkeit, die Chorwerke zu erlernen. Aufgrund der guten Resonanz wollen die Kirchenmusikerinnen dieses Angebot auch zukünftig aufrechterhalten.

Bei ihrer Einladung zum traditionellen Jahresempfang des Dekanats im Anschluss an den Gottesdienst erinnerten Präses und Dekan an das 500. Reformationsjubiläum, das überaus erfolgreich und lebendig in den Gemeinden des Dekanats gestaltet wurde. Reinhard Zincke hob insbesondere das gute ökumenische Miteinander hervor. Im Jubiläumsjahr fanden eine Vielzahl gemeinsamer Gottesdienste und Aktivitäten statt. Und die evangelischen und katholischen Theologen hatten sich bei ihrem regelmäßigen Treffen intensiv mit dem Thema Reformation auseinandergesetzt. „Dieser Austausch hilft, einander besser zu verstehen und das Verbindende zu suchen, nicht das Trennende“, so der Dekan.

Als neuen Arbeitsschwerpunkt nannte die Präses die gemeindeübergreifende Trägerschaft für die zehn evangelischen Kindertagesstätten, die zum 1. Januar 2018 auf das Dekanat übergegangen ist. Die Geschäftsstelle hat am Jahresbeginn ihre Arbeit mit dem Ziel aufgenommen, Kirchenvorstände und Pfarrer von Verwaltungsaufgaben zu entlasten. Gerade wegen der großen kulturellen und konfessionellen Vielfalt in den kirchlichen Kitas gelte es, neben dem Bildungs- und Betreuungsauftrag die kindliche Religiosität ernst zu nehmen, so Grundmann-Kleiner. „Wir hoffen, dass die Verantwortlichen durch die veränderten Strukturen die Zeit haben, gemeinsam mit Eltern und Kita-Teams den sich daraus ergebenden Fragen nachzugehen und Antworten zu finden“, sagte die Vorsitzende der Dekanatssynode. „Hier können Grundlagen gelegt werden für ein gegenseitiges religiöses und kulturelles Verstehen, das unsere Gesellschaft so nötig hat.“

„Die Kirche ist bei der Trägerschaft von Kindergärten auf eine gelingende Zusammenarbeit mit den Kommunen angewiesen“, betonte der Dekan. „Im Sinne des Subsidiaritätsprinzips übernehmen wir als Partner von Staat und Kommunen auch in anderen Bereichen gesellschaftliche Aufgaben in eigener Verantwortung“, führte Zincke aus. „Wir tun dies in gegenseitiger Achtung und auf Augenhöhe.“ So sei die Kirche sowohl bei der würdevollen Betreuung von Hochaltrigen in Kooperation mit Diakonie und Seniorenheimen engagiert. Zudem sei eine Projektstelle im Bereich der innovativen Seniorenarbeit geschaffen worden, um auf den qualitativen Wandel des Alters und die höhere Lebenserwartung zu reagieren und damit dem Wunsch vieler der jüngeren Seniorinnen und Senioren auf Selbstbestimmung und Mitgestaltung Rechnung zu tragen.

Präses und Dekan würdigten die guten Beziehungen zu den Entscheidungsträgern im Kreistag sowie in den Rathäusern des Dekanats. Eine große Herausforderung sei es, in Zeiten, in denen Menschen wegen ihrer Religion auch in Deutschland angefeindet werden, nicht das Trennende, sondern das Verbindende zu betonen, stellte Grundmann-Kleiner fest. „Wie soll ein friedliches Zusammenleben funktionieren, wie können wir Integration gestalten, wenn wir uns nicht in unserer Unterschiedlichkeit achten und in der Vielfalt nicht eine Gefahr sondern vielmehr eine Chance sehen?“

Abschließend nutzte der Dekan die Gelegenheit, sich bei allen Haupt- und Ehrenamtlichen in den Kirchengemeinden zu bedanken. „Die kirchliche Arbeit in unserem Dekanat ist lebendig, kreativ und farbenfroh“, stellte Zincke fest. „Es macht Spaß und Freude, dies mitzuerleben, danke für Ihr vielfältiges Engagement!“

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Kontakt

Claudia von Savigny

Tel.: 06172 / 2851993
E- Mail: claudia-savigny @ t-online.de



Elvira Schwarz

Tel.: 06103 / 5096445
E- Mail: e.schwarz @ langen-evangelisch.de


Gabriele Urbanski

Tel.: 06159 / 1217
E- Mail: gabriele.urbanski @ gmx.net




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