Dekanat Dreieich

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Zukünftiges suchen wir...

Ein faszinierender Ausflug in den Zoo, Besuch von der Oma, die neue Pferdefigur: Zu Beginn jeder Woche schreiben und malen die Kinder der Schule, an der ich Religion unterrichte, ihre „Montagsgeschichte“ auf – das Neueste aus ihrem Leben. In den ersten Wochen wachsen die Worte der ABC- Schützen mühsam, Laut für Laut. Nur Allerwichtigstes hat Platz, wird dafür umso reichlicher bebildert. Ich ertappe mich beim Phantasieren: Wie diese Kinder- Geschichten weitergehen? Wird die Schule für ihn Freude oder Frust werden? In welchem Beruf landet sie? Was werden Kinder dieser Kinder einst malen? Und, fast unvorstellbar, wie werden die Lebensgeschichten der jungen Schreiberlinge schließlich ausgehen, Gott gebe: in ferner Zukunft, alt und lebenssatt?

Noch alle Möglichkeiten haben, sich alles erträumen, alles werden können – das macht das Wunder der Jugend aus. Vorgezeichnete Wege einschlagen, Entscheidungen treffen – so bahnt sich ein Lebenslauf. Dann und wann beneiden Ältere die Jüngeren für ihre Sorglosigkeit, für offene Türen zur Welt, für ihre buchstäbliche Beweglichkeit. Jüngeren aber kann es oft nicht schnell genug gehen mit dem Wachsen – des Körpers, der Verantwortung, der Selbständigkeit.

Die biblische Losung für das neue Jahr lautet: Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. (Hebr 13,14) Sie schüttelt die Verteilung – Alt hier, Jung da – kräftig durcheinander. Von allen kindlichen Möglichkeiten und Freiheiten leben wir, ob sechs oder sechsundneunzig, nur eine einzige: das eigene Leben. Niemand auf der ganzen Welt, egal wie reich oder berühmt, hat mehr. Keiner besitzt die Zukunft, keiner baut eine bleibende Stadt. Und: Lebensentscheidungen, seien sie glücklich oder schrecklich, trifft niemand für die Ewigkeit. Auch erwachsene Lebensgeschichten bleiben offen. Zukünftiges suchen wir, mit jedem Lebensschritt, mit jedem Stückchen Phantasie, jeden Tag.

Wir haben hier keine bleibende Stadt – die zukünftige suchen wir: Jede kleine „Montagsgeschichte“ hat Gewicht, Woche für Woche neu, lebenslang. Zum Auftrag der Kirche als Gemeinschaft unter Menschen gehört es darum selbstverständlich, junge Menschen sorgsam durch das Meer der Möglichkeiten zu begleiten Genauso gehört für Ältere dazu: von jungen Menschen besonders aufmerksam zu lernen, was es heißt, in Möglichkeiten zu schwimmen. Denn: Den Anfang unserer Geschichte haben nicht wir gemacht. Gott legt sie in unsere Hände. Den Schluss unserer Geschichte denken wir uns nicht aus. Gott nimmt uns in seine Hände.

Vikar Dr. Peter Meyer
Evangelische Kirchengemeinde Langen

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