Dekanat Dreieich

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Für ihn wird es etwas ändern

„Es gibt so viel Elend und Not auf der Welt, und auch hier bei uns… Was kann ich da schon verändern?!“ So denkt mancher von uns, und dies auch nicht ganz unberechtigt. Es gibt so viele Menschen, deren Leben durch einen Schicksalsschlag aus der Bahn geraten ist, deren Lebensumwelt durch eine Naturkatastrophe oder andere Umstände zerstört worden ist; Menschen in Not, die plötzlich auf Hilfe durch andere angewiesen sind. Und keiner weiß, ob es ihn auch nicht selbst einmal treffen kann?!

Tatsächlich müssen die Helfenden aber immer wieder erkennen, dass manche Hilfe nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Eigentlich müssten viel mehr Leute helfen, eigentlich hätten viel mehr Menschen doch auch etwas Zeit, um mit anzupacken, oder etwas Geld um zu spenden. Eigentlich müsste die Politik, müsste die Wirtschaft, ja, eigentlich… Doch sollten wir deshalb gar nicht mehr helfen? – Mit einem „eigentlich“ ist schließlich niemandem geholfen.

Ja, es stimmt, manche Hilfe ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin ist sie ein Tropfen. Ein Tropfen kann schon etwas bewirken, und wo mehrere Tropfen zusammen kommen, da können sie noch mehr bewirken. Deshalb sollten wir uns nicht entmutigen lassen, für andere da zu sein und ihnen helfen zu wollen, auch wenn wir immer nur einen kleinen Beitrag leisten können. Auch ein kleiner Beitrag kann Großes bewirken.

Die Erzählung von dem kleinen Mädchen zeigt, dass es dabei nämlich vor allen Dingen auf den Standpunkt und die Sichtweise ankommt: Ein furchtbarer Sturm kam auf. Das Meer tobte und meterhohe Wellen brachen sich ohrenbetäubend am Strand. Als das Unwetter nachließ und der Himmel aufklarte, lagen am Strand unzählige Seesterne, die die Wogen auf den Strand gespült hatten.

Ein kleines Mädchen lief am Wasser entlang, nahm einen Seestern nach dem anderen in die Hand und warf ihn zurück ins Meer. Ein Spaziergänger sah das und sprach das kleine Mädchen an: „Ach Kleine! Was du da machst ist vollkommen sinnlos. Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll von Seesternen ist? Die kannst du niemals alle zurück ins Meer werfen! Was du da tust ändert nicht das Geringste!“ Das Mädchen schaute den Mann an. Dann nahm sie den nächsten Seestern und warf ihn in die Fluten. „Für ihn wird es etwas ändern!“

Wir können die Welt verändern, zumindest die Welt eines einzelnen! Auch mit kleinen Schritten können wir etwas bewirken, können wir tatsächlich Hilfe leisten, die auch ankommt. In Langen und Egelsbach gibt es viele Menschen, die sich im sozialen Bereich engagieren und für andere da sind. Sei es beim Gedeckten Tisch, der Langener Tafel oder im Weltladen, sei es beim Kinderschutzbund, der Hospizgruppe, der christlichen Flüchtlingshilfe, in den Kirchengemeinden oder den Vereinen. Hilfe ist so vielfältig, wie sie auch notwendig ist.

Jesus hat einmal gesagt: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“ (Mt 25,40) In jedem Menschen begegnen wir Gottes Angesicht. In unserem Nächsten begegnen wir Jesus selbst. Wo wir anderen helfen und für sie da sind, da üben wir tätige Nächstenliebe, da leisten wir den Dienst, zu dem Jesus seine Jüngerinnen und Jünger berufen hat.

Ja, mit einem kleinen Beitrag können wir bereits die Welt eines Einzelnen verändern. Und noch etwas: wo wir anderen helfen, da wird es auch uns verändern. Und beides zum Guten – dessen bin ich mir ganz sicher!

Pfarrer Steffen Held
Evangelische Kirchengemeinde Langen


Erzählung aus:
Oh! Noch mehr Geschichten für andere Zeiten, Andere Zeiten e. V., Hamburg 2010

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