Dekanat Dreieich

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Aufbruch in ein neues Leben

Menschen auf der Flucht – täglich halten uns die Medien eine katastrophale weltweite Massenflucht vor Augen. Ganze Völker scheinen in Bewegung zu sein, weil sie woanders das Heil suchen. Sie geben ihre Heimat auf, in der sie nicht mehr leben können oder leben wollen. Sie sind bedroht von Krieg, Terror und Hunger. Sie werden bedroht von Mitmenschen, die zum Feind geworden sind.

Liest man die Bibel aufmerksam, so wird man feststellen, dass dies kein neues Phänomen ist. Die Heilige Schrift durchziehen etliche Fluchtgeschichten. Sie beschreibt Schicksale von Menschen, die voller Gottvertrauen alles aufgeben, um in der Fremde einen Neuanfang zu wagen. Es beginnt mit der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies. Ist es göttliche Bestimmung, dass Menschen fliehen müssen oder vertrieben werden?

Noah sucht das Heil in einem großen Rettungsboot, der „Arche“, was übersetzt „Anfang“ bedeutet. Abraham verlässt auf Gottes Geheiß seine Heimat und zieht in eine ungewisse Zukunft. Jona entzieht sich durch Flucht einer schwierigen Aufgabe, die ihn das Leben kosten könnte. David flüchtet zu den Erzfeinden, weil man im eigenen Land seine Machtergreifung verhindern will. Jesus muss mit seiner Familie nach Ägypten gehen und dort Asyl suchen, bis sich die Verhältnisse in seiner Heimat wieder normalisiert haben.

Gott selber, so heißt es oft, fordert zur Flucht auf, befiehlt einen Neuanfang. Im normalen Leben sind es aber meist die Lebensumstände, die einen Weggang und Neuanfang nahelegen.

Hier im Rhein- Main- Gebiet leben Menschen aus ganz Deutschland und aus aller Welt, weil hier die Berufschancen deutlich besser sind als in Mecklenburg, Sachsen, in der Türkei oder vielen anderen Ländern Asiens oder Afrikas.

Egal, ob aus Norddeutschland, Bayern oder Südeuropa– jeder musste einen großen Schritt tun und einen Neuanbeginn wagen. Nicht zu vergessen die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge, die nach dem zweiten Weltkrieg hierher gekommen sind. Oder die Spätaussiedler mit deutschen Wurzeln aus Rumänien und Russland.

Versetzen wir uns einmal in deren Lage. Alles aufgeben in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Freunde oder Familie verlassen, die vertraute Umgebung aufgeben und neue Heimat suchen. Wie groß muss da die Not sein – und wie viel Gottvertrauen braucht es, um diesen Schritt zu wagen?

Neuanfänge werden jedoch nicht immer nur aus der Not geboren. Jeder Mensch steht immer wieder vor neuen Herausforderungen, die eine Veränderung erforderlich machen. Geburt, Krippe oder Kita, Schulanfang, Beruf, Partnerschaft – das Leben besteht aus immer neuen Anfängen. Auch und gerade aus Krisen entstehen neue Perspektiven. Vertrauen ist nötig, Gottvertrauen, um das Leben zu meistern.

Gott segne und behüte Sie auf allen Wegen und bei allen Neuanfängen.

Pfarrer Harald Kopp
Evangelische Kirchengemeinde Langen

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