Dekanat Dreieich

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In den Osterferien an den Nil

Im Rahmen des deutsch-ägyptischen Jugendaustausches im Evangelischen Dekanat Dreieich ist in den Osterferien 2017 wieder eine Fahrt ins Land der Pharaonen geplant. Ein Infotreffen für interessierte Jugendliche und deren Eltern findet statt am Mittwoch, 25. Januar, ab 19 Uhr im Langener Haus der Kirche, Bahnstraße 44.  

Eine Studien- und Begegnungsreise für Jugendliche nach Ägypten plant das Evangelische Dekanat Dreieich in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Gravenbruch und der Evangelischen Kirchengemeinde Langen für die Osterferien des kommenden Jahres (31. März bis 10. April 2017). Die Reise ist Bestandteil eines deutsch-ägyptischen Jugendaustausches, den die Veranstalter bereits seit 1982 pflegen.

Folgendes Programm ist geplant: Den Auftakt bildet bildet ein dreitägiger Aufenthalt in Kairo, selbstverständlich auch mit einem Ausflug zu den Pyramiden und der Sphinx von Gizeh. Anschließend wird die deutsch-ägyptische Gruppe mit einem Schiff auf dem Nil unterwegs sein. Geplant ist ein umfangreiches Besichtigungsprogramm mit Stationen in Assuan, Edfu, Kom Ombo, Esna und Luxor (Tal der Könige).

Vorbereitet, organisiert und begleitet wird die Reise von Gemeindepädagoge Joachim Reinhard, Dekanatsjugendreferent Carsten Preuß und dem Langener Pfarrer Dr. Tharwat Kades, der selbst aus Ägypten stammt und ein hervorragender Kenner des Landes ist.

Teilnehmen können Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Die Kosten liegen bei 890 Euro.

Nähere Informationen und Anmeldung ab sofort bei der Evangelischen Kirchengemeinde Gravenbruch, Joachim Reinhard, Telefon 06102/756307 und 0157 74740320 oder der Evangelischen Jugend im Dekanat Dreieich, Carsten Preuß, Telefon 06103/30078-19.      

Junge Ägypter treffen Flüchtlinge und lernen Pünktlichkeit

Deutsch-ägyptische Jugendbegegnung im Dekanat Dreieich 2016

"Diese Zeit in Deutschland war die beste Erfahrung meines Lebens ", sagt die 19 Jahre alte Lydia aus Giza (Ägypten). Zwei Dinge haben Lydia ganz besonders beeindruckt: "Ich habe Pünktlichkeit gelernt und ich werde mich zukünftig beim Autofahren anschnallen", sagt die junge Ägypterin lächelnd. Und auch die 16 Jahre alte Veronika aus Menia (Ägypten) hat sich etwas vorgenommen: "Ich werde zukünftig gesünder leben, in Ägypten sind wir es nicht gewohnt, uns um das Essen oder um den Sport Gedanken zu machen". Das Abschiednehmen ist allen schwer gefallen, als  die deutsch-ägyptische Jugendbegegnung im Dekanat Dreieich nach elf Tagen auf dem Münchner Flughafen zu Ende ging. Den Abschluss der Begegnung hatte ein fünftägiger Aufenthalt in den bayerischen Alpen gebildet. Absoluter Höhepunkt war dabei ein Ausflug auf den höchsten Berg in Deutschland: für die jungen Gäste aus dem Land der Pharaonen war insbesondere die Bobfahrt auf dem üppigen Schnee der Zugspitze ein unvergessliches Erlebnis.

Veranstalter dieses deutsch-ägyptischen Jugendaustausches waren das Evangelische Dekanat Dreieich, sowie die evangelischen Kirchengemeinden Gravenbruch und Langen. Gefördert wurde das Projekt von Herrn Erwin Nöske von der Dr. Bodo-Sponholz-Stiftung. Gemeindepädagoge Joachim Reinhard, Dekanatsjugendreferent Carsten Preuß und Pfarrer Dr. Tharwat Kades zogen zum Abschluss der Begegnung eine rundum positive Bilanz: „Alles hat toll geklappt. Die Jugendlichen haben sich hervorragend verstanden und konnten voneinander lernen: Es war ein kleiner Beitrag zum besseren Verständnis zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen."

Bereits zum zwölften Mal war war eine Gruppe junger ägyptischer Christen der Evangelical Presbyterian Church auf Einladung des Evangelischen Dekanats Dreieich auf Deutschlandbesuch. In diesem Jahr bildete das Thema "Flucht und Vertreibung" erstmals einen Schwerpunkt der Begegnung. Mit der 16 Jahre alten Hananeh aus Afghanistan und den 17 und 21 Jahre alten syrischen Schwestern Lorin und Media nahmen erstmals auch drei in Deutschland lebende Geflüchtete muslimischen Glaubens an dem Austausch teil. "Mich hat das an die Zeit in Syrien vor dem Krieg erinnert: Da war es auch ganz normal und selbstverständlich, dass Christen und Muslime gut zusammen leben", sagt die 21 Jahre alte Media. Ursprünglich hatte sie befürchtet, dass der Austausch langweilig werden könnte, doch dann hat es ihr so gut gefallen mit vielen verschiedenen Leuten unterwegs zu sein: "Das würde ich sofort wieder machen".  Und die 16 Jahre alte Hananeh ergänzt: "Der Austausch war cool: ich bin so glücklich, dass ich dabei sein konnte".

Besonders emotional war ein Vormittag in der Evangelisch-Reformierten Gemeinde Am Marktplatz in Neu-Isenburg verlaufen: Pfarrer Mathias Loesch berichtete, wie die Kirchengemeinde einst von hugenottischen Glaubensflüchtlingen gegründet wurde und stellte einen Bezug zu aktuellen Flüchtlingsschicksalen her. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so ruhig war es in der Kirche, als Lorin und Hananeh, sowie einige Andere von ihrer Flucht berichteten. "Ich habe das zuvor erst zwei oder drei Mal erzählt", sagt Hananeh. Aber es sei eine sehr schöne Erfahrung gewesen: "Wenn Du von deiner Traurigkeit sprechen kannst, geht es dir hinterher besser", sagt sie. Und an die deutschen und ägyptischen Jugendlichen gewandt: "Ihr habt mit uns gefühlt, das war toll."

Auch die deutschen Jugendlichen waren von der Jugendbegegnung begeistert: „Ich hatte vorher  Bedenken, dass die Kontaktaufnahme mit den Ägyptern schwierig sein könnte", sagt die 14 Jahre alte Susanna aus Neu-Isenburg." Aber das Gegenteil sei der Fall gewesen: sie habe viele neue Freunde gefunden und eine andere Kultur kennengelernt. Auch der 14 Jahre alten Zoe aus Neu-Isenburg hat Jugendbegegnung so richtig Spaß gemacht. Beide haben sich vorgenommen, im nächsten Jahr zur Rückbegegnung mit nach Ägypten zu reisen.                                   Joachim Reinhard

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